Neue Seite 1

 

 

 
Deutlich mehr Einsatzstunden im Jahr 2012

Sonntag, 13. Januar 2013

Walter Urban brachte es zu Beginn der Jahreshauptversammlung am 13. Januar im Gerätehaus auf den Punkt: Was die Freiwillige Feuerwehr Waldmünchen leistet, ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Die Kameraden der Stützpunktwehr sind rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr einsatzbereit, um zu helfen, wenn andere in Not sind. Geleistet wird professionelle Hilfe, die viel Übung abverlangt. Bei akuten Gefahren sind oft innerhalb weniger Stunden weitreichende Entscheidungen zu treffen. Und für das ganze Engagement bekommen die Freiwilligen keinen Lohn. Der Vorsitzende fand die passenden Einführungsworte, um die Arbeit ins rechte Licht zu rücken. Er konnte zahlreiche Ehrengäste, darunter Bürgermeister Markus Ackermann, PHK Siegfried Meckl, KBI Anton Ruhland sowie KBM Norbert Auerbeck begrüßen. Auch ein Vertreter der BRK-Rettungswache war anwesend.

Walter Urban bilanzierte das Jahr 2012 und wusste von überaus vielen Ereignissen zu berichten. Mit einem Mitgliederstand von 462, der sich in 60 Aktive, 156 Passive und 213 Fördernde aufteile, sei die Waldmünchner Wehr bestens organisiert. Derzeit engagieren sich 24 Jugendliche im Feuerwehrwesen, man habe auch vier Ehrenmitglieder. Im Jahr 2012 seien 20 neue Mitglieder aufgenommen worden, darunter erstaunlich viele junge Menschen. Zehn Mitglieder hätten ihren Austritt verkündet und drei Mitgliedern habe man auf ihrem letzten Weg begleiten müssen. Sodann zeigte der Vorsitzende eindrucksvoll die Höhepunkte und Termine des vergangenen Jahres auf: Übergabe Jahresbericht an die Stadt, Besuch diverser Feuerwehr- und Faschingsbälle, Bierprobe für Hallenfest, Maibaumfest, Präsentation am Herbstfest mit einer Rauchmelderaktion, Radlwallfahrt, Vereinsausflug nach Kulmbach mit Besichtigung der dortigen Wehr, Ehrenabend zum Gründungstag, Übernahme Patenamt der FFW Spielberg, Weihnachtsfeier. Urban hätte noch viele weitere Termine nennen können. Besonders hob er aber den eigenen Feuerwehrball mit etwa 260 zahlenden Gästen und einer tollen Einlage hervor. Höhepunkt im Vereinsjahr sei das Hallenfest mit Segnung des HLF 20/16 gewesen. In einem feierlichen Gottesdienst sei dem neuen Fahrzeug der Segen Gottes erteilt worden. „Wir hatten tolles Wetter und auch viele Gäste. Das zweitägige Fest wird vielen in Erinnerung bleiben“, so der Vorsitzende. Gleichwohl falle das finanzielle Ergebnis bei so großen Festen meist bescheiden aus.

Am Ende des Tätigkeitsberichtes resümierte der Vorsitzende den Stellenwert der Wehr im Stadtleben: „Die Wehr ist ein Aktivposten in Waldmünchen, der seit 147 Jahren für Sicherheit steht. Sicherheit bedeutet Lebensqualität, was auch im Motto „löschen, bergen, retten, schützen“ zum Ausdruck kommt.“ Da Aus- und Weiterbildung, Technik und Gerätschaften jedes Jahr große Summen verschlingen, appellierte der Vorsitzende, dass sich die Bürger der Stadt solidarisch erklären und den Verein mit einem Beitritt unterstützen. Mit einem Dank an seine Vorstandskollegen, die Stadt Waldmünchen für die Genehmigung des neuen Fahrzeugs GW-L2, die Feuerwehrführung und die Polizeistation Waldmünchen sowie an alle Mitglieder und Hilfsorganisationen schloss Urban seinen Bericht.

Im Tätigkeitsbericht ging Kommandant Andreas Wittmann auf Einsatzzahlen und Statistik des Jahres 2012 aus Feuerwehrsicht ein. Insgesamt sei die Wehr zu 123 Einsätzen gerufen worden, was ziemlich genau im Durchschnitt der vergangenen Jahre liege. Neben sechs Fehlalarmierungen musste man zu 15 Brandeinsätzen, 98 technischen Hilfeleistungen und vier Sicherheitswachen ausrücken. Mit insgesamt 2555 Einsatzstunden liege eine erhebliche Steigerung zum Vorjahr (1399) vor. Die Übungs- und Arbeitsstunden bezifferte Wittmann mit 3912 Stunden (Vorjahr 1889,5); die Steigerung sei auf Bau- und Renovierungsmaßnahmen zurückzuführen. Acht Kameraden hätten den Funkerlehrgang absolviert, sechs nahmen am Atemschutzleistungswettbewerb teil, vier am Atemschutzlehrgang. Mit drei Gruppen habe man sich der THL-Leistungsprüfung gestellt. Auch an der staatlichen Feuerwehrschule seien einige Kameraden für Lehrgänge gewesen. Diverse interne Übungen seien absolviert worden, darunter eine Eisrettung am Perlsee sowie mehrere Übungen an Autowracks. Die Gemeinschaftsübungen mit den benachbarten Ortswehren seien ein voller Erfolg gewesen, ebenso die Übung im Rahmen der Aktionswoche.

Der erste Kommandant erinnerte dann auch an einige größere Einsätze wie einem Dachstuhlbrand in Höll, dem LKW-Unfall bei Grub, dem Brand einer Biogasanlage in Irlach und den Großbrand in Altenried. Nur noch tot habe man hingegen eine 87-jährige Frau in der Hammerstraße bei einem Wohnungsbrand bergen können. Auch habe es diverse Verkehrsunfälle gegeben, von denen einer ebenfalls tödlich für einen Mann aus Gleißenberg endete. Wittmann schloss seine Ausführungen mit einem Dank an seine aktive Mannschaft. Jugendwart Stefan Schlotterbeck freute sich über 14 Jugendliche, die zu den Treffen regelmäßig erscheinen. Die Jugend habe im Jahr 2012 insgesamt 1036 Übungsstunden abgeleistet. Altkleidersammlung, Aufstellen des Maibaums am BRK-Seniorenheim, Mithilfe bei Hallen- und Herbstfest sowie Teilnahme an Jugendwettbewerben seien nur einige Aktionen, die er exemplarisch herausgegriffen habe. Sein Dank galt vor allem jenen, die die Jugendarbeit mit Spenden bedacht hätten.

In seinem Grußwort lobte Bürgermeister Markus Ackermann die gut organisierte Vereinstätigkeit der Wehr, die stets kompetente Arbeit im sicherheitsrelevanten Bereich leiste. Auch im gesellschaftlichen Bereich hätte der Verein vorbildlich mitgewirkt. Im Namen der Stadt Waldmünchen sicherte er weiterhin Unterstützung „im Bereich des Möglichen“ zu. Kreisbrandmeister Norbert Auerbeck berichtete über Einsatzzahlen, Übungen und Lehrgänge im KBM-Bereich. Kritik äußerte an der gesunkenen Ausbildungsbereitschaft. KBI Anton Ruhland zeigte sich erfreut über die 460 Jugendlichen und das gute Ergebnis bei der Altkleidersammlung. Bei den insgesamt 470 Einsätzen im KBI-Bereich habe auch drei Tote zu beklagen gehabt. Von Seiten der Polizei dankte PHK Siegfried Meckl für die gute Zusammenarbeit der beiden Sicherheitsbehörden. In Zeiten von Personalknappheit sei man umso mehr auf die kameradschaftliche und kompetente Unterstützung der Waldmünchner Wehr angewiesen. Es werde rund um die Uhr schnelle und professionelle Hilfe geleistet. Für das Groß an geopferter Freizeit sprach der Dienststellenleiter seinen Respekt aus. Auch der Vertreter des BRK, Klaus Scherr, bescheinigte der Wehr eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst.

Über die Finanzen der Wehr berichtete Kassier Martin Kreuzer, der zusammen mit Thomas Schröpfer die Kasse verwaltet. Durch die Anschaffung des HLF 20/16 hätten sich die Finanzen stark verringert. Die Versammlung entlastete die beiden Kassiere einstimmig. Da Martin Eidenhardt aus beruflichen und persönlichen Gründen im Sommer sein Amt als Schriftführer niedergelegt hatte, wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung eine Nachwahl des ersten Schriftführers anberaumt. Bis dato hatte Dieter Müller die Aufgaben von Eidenhardt übernommen. Es war nicht leicht, die zehn Prozent – wie in der Vereinssatzung vorgesehen – aller Mitglieder zusammenzubekommen. Spontan erklärten sich deshalb PHK Meckl und Stefan Paa bereit, dem Verein beizutreten, so dass die erforderliche Anzahl von mindestens 46 stimmberechtigten Mitgliedern erreicht werden konnte. Nachdem es im ersten Wahlgang Stimmengleichheit gegeben hatte, sprach sich die Versammlung im zweiten Wahlgang für Daniela Rauscher als neue Schriftführerin aus. Auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung stand außerdem noch der Antrag auf Erhöhung der Beiträge. Einstimmig sprach sich die Versammlung dafür aus, diesen künftig auf acht Euro für Aktive und 16 Euro für Passive festzusetzen.

Bild kann nicht angezeigt werden Bild kann nicht angezeigt werden